Life Gossip

Country Life – Pro & Contra

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Mag sein, dass für viele bei Güllefassdüngenden-Nachbarn eher weniger nachbarschaftliche Nächstenliebe aufkommen will, auch der Gedanke an manch ungeniert, aufdringlichen und neugierigen Anrainer der ständig versucht sein umfassendes Wissen über die perfekte Rasenlänge und die ideale Thujenschnittführung preis zu geben, aktiviert höchstens unseren menschenlichen Instinkt, nämlich weit, weit weg in die Stadt zu laufen.

Zweifelsohne das Leben am Land und in der Stadt könnte unterschiedlicher nicht sein. Täglich sorgen in der dörflichen Gemeinschaft neben der neuen umstrittenen Haarfarbe der Bürgermeistergattin, die Gewichtszunahme der einzigen Verkäuferin des örtlichen Nahversorgers, welche entweder a) dem Naschen zuvieler Süßigkeiten (unrechtmäßig entwendet?!) oder b) einer eventuellen Schwangerschaft zu Grunde liegt, für Gesprächsstoff.

Schließlich soll der vermeintliche Vater des noch ungeborenen Kindes, hierbei handelt es sich anscheinend um den Enkel der Leiterin des Kirchenchors, nun schon zum x-mal durch die Führerscheinprüfung gerasselt sein und auch sonst soll er nichts auf die Reihe kriegen. Außerdem hat der Sohn des ansässigen Metzgermeisters jenen Taugenichts in flagranti bei einer innigen Umarmung mit einem Gleichgeschlechtlichen erwischt. Das arme Kind bekommt also auch noch einen schwulen Vater. Ein Glück, dass das seine Großmutter nicht mehr erleben muss, Gott hab sie selig. Die von Warzen geplagte Frau war mit ihrem spielsüchtigen Sohn schon mehr als gestraft.

Aber die Kinder, die haben es schön. Wenn immer sie Lust haben im Wald zu spielen, Höhlen zu bauen oder auf Bäume zu klettern, dann können sie es tun. Denn nichts ist wohl so schön, als in einer ländlichen Umgebung aufzuwachsen, beim Bauer ums Eck beim Kühe melken zu helfen, am Traktor mitzufahren, sich bei der Kirschenernte den Bauch voll zu schlagen und beim traditionellen Sonnwendfeuer stolz die Knackwurst ins Feuer zu halten.

Kommt man dann ins junge Erwachsenenalter wird man entweder selbst zum Moderator des sonntäglichen nach der Messe stattfindenden Frühschoppens, welcher besonders der Bekanntmachung vieler Neuigkeiten und Schandtaten dient, oder aber man will von all dem nichts Wissen, sehnt sich danach die Welt zu entdecken, fremde Menschen, andere Kulturen kennenzulernen und plant bereits die Flucht.

Will man irgendwann selbst eine Familie gründen, hat schlichtweg wieder genug von Autolärm, Stau, glühendem Asphalt und schlechter Luft, verabschieden sich einige von der gern gemochten Anonymität der Stadt. Weil man sich nach etwas Ruhe sehnt und seine Freizeit lieber im eigenen Garten mit Blick ins Grüne verbringen will, anstatt zu versuchen in maßlos überfüllten Freibädern, wie die Sardinen aneinandergereiht den Sahara-Sommer zu überleben.

Die Natur kann einem Menschen unheimlich viel Kraft geben, zumindest empfinde ich es so. Wenn auch meine erste Wahl wäre inmitten von Bergen und Wiesen zu leben, mag ich das urbane Leben in der Stadt, liebe ich es in fremde Städte zu reisen oder soviel Zeit wie möglich in meiner persönlichen Lieblingsstadt Berlin zu verbringen und auch wenn ich mir sehr gut vorstellen könnte eine Zeit lang dort oder in einer anderen großen City zu leben, bevorzuge dennoch langfristig irgendwo am Land sesshaft zu werden. Für mich ist klar, dass ich meinen Kindern eine ähnlich schöne Kindheit, wie ich sie hatte, in der Natur wünsche.

Wie lebt ihr oder wollt ihr leben?

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