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Berlin / 4 Tage in meiner Lieblingsstadt – Teil 1

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Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, euch mit Lobeshymnen auf die Bundeshauptstadt zu verschonen, aber ich kann nicht anders. Denn als eine liebe Freundin und ich spontan entschlossen hatten uns in Berlin zu treffen, um quasi an alte Zeiten und Traditionen anzuschließen, war die Vorfreude riesig, eben nicht nur, weil ich mehrere Tage mit der lieben Carina verbringen durfte, sondern auch weil ich endlich wieder in dieser wunderbaren Stadt Zeit verbringen konnte. Wenn ich nicht mindestens einmal pro Jahr in Berlin sein kann, fehlt mir tatsächlich etwas.

Am Sonntag vor einer Woche ging es dann los, ich setzte mich in Shanghai in den Flieger Richtung Berlin, musste einmal in Moskau umsteigen und landete völlig platt, verschwitzt, gefühlt sowas von stinkig und mit riesen Temperaturschock am Flughafen Schönefeld. Diese und der Umstand, dass ich während des Flugs aus irgendeinem Grund überhaupt nicht schlafen konnte, obwohl es sich um einen Nachtflug handelte, machte die Sache zwar keinesfalls besser, aber meine Vorfreude war viel zu groß, als dass mir solche Luxusprobleme die Laune verderben hätten können.

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Klirrende Kälte bei der Ankunft und …

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Schnee beim Abflug in Moskau Richtung Berlin

Für ein Landei wie mich, meine Orientierungsfähigkeit hat sich trotz meines neuen Wohnsitzes in Shanghai nur mäßig gebessert, war die Hürde allerdings noch nicht genommen, schließlich war da noch die S-Bahn, die mich nach Mitte bringen sollte. Überraschenderweise war alles einfacher, als gedacht und ich saß tatsächlich ganz zuversichtlich in der richtigen S-Bahn Richtung Ostkreuz. Als ich gerade dachte, ich könnte nun endlich verschnaufen, sprang noch schnell ein Herr in die abfahrende Bahn ein. Im Nachhinein betrachtet, könnte es sich vielleicht auch um ein solches Ei vom Land gehandelt haben, wie ich es bin, denn er dachte er kann im Zug eine Fahrkarte kaufen. Als ich ihm leider sagen musste, dass er das vorher, ca. 1 km (furchtbar praktisch!) entfernt vom Bahngleis hätte machen müssen, meinte er nur, dann müsse er wohl jetzt auf Risiko fahren.

Klar sagte ich und biss hungrig in meine Frühstücksbrezel bis es mir plötzlich dämmerte. Ich hatte doch tatsächlich versäumt diesen doofen Fahrschein zu entwerten. Vergessen war die Ruhe, ebenso diese leckere Brezel, die ich mir zu bekannt hohen Flughafenpreisen gegönnt hatte.

Ach du sch*, ich muss unbedingt versuchen an der nächsten Haltestelle diese Karte zu entwerten, dachte ich. Einfach kurz rausspringen würde ich und gleich wieder reinhüpfen, was sei da schon dabei. Denkste, denn als der Zug an der nächsten Station hielt, war weit und breit keine dieser Entwertungssäulen zu sehen, schlimmer noch, als ich diese Bemerkung machte, fuhr die Bahn auch schon wieder weiter. Also ein Zeitfenster von 2 Sek – 21, 21, vorbei! So ging das ungefähr die nächsten drei Stationen weiter, der nette Herr ohne gültigen Fahrausweis, verstand wahrscheinlich gar nicht, warum ich jetzt so einen Aufriß machte, als Schwarzfahrer denkt man da bestimmt cooler. Diese Gelassenheit fehlte mir definitiv, im Kopf spielten sich nämlich schon die übelsten Szenarien ab, á la das 20-fache des Fahrkartenpreises zu bezahlen inkl. völliger und endgültiger Entblößung, dank tomatenrotem Schäm-Kopf. Nein, ich würde bestimmt keine horrende Summe für eine nicht entwertete Fahrkarte bezahlen. Vor meinem geistigen Auge entriss man mir trotzdem die tollen Klamotten die ich in Berlin shoppen wollte. 

Meine letzte Hoffnung war, dass ich jemanden von den Fahrgästen bitte, mich nach dem Entwerten wieder in den Zug zu lassen, also den Tür-auf-Knopf zu drücken. Ein Mann erklärte sich bereit dies zu machen, als wir allerdings anhielten, stieg er plötzlich auch aus dem Zug aus. Als ich ihn fragte, wie das nun aber funktionieren sollte, war das Missverständnis auch schon passiert. Er dachte nämlich er soll mir zeigen wo der Entwerter ist. Völlig panisch am Bahngleis stehend, erklärte ich ihm, dass ich mein ganzes Gepäck im Zug stehen lassen habe, da ich ja nur kurz raushüpfen wollte, um nicht als Schwarzfahrerin bestraft zu werden.

Als ihm das Licht aufging, wäre es bei mir beinahe ausgegangen, denn als ich ohne nachzudenken in den Zug sprang, merkte ich gerade noch rechtzeitig, dass genau bei diesem Wagon leider kein Übergang zum Nächsten war, wo aber all meine Sachen standen. Ich rannte wieder raus und NUR und zwar wirklich NUR weil der Schwarzfahrer gerade ausgestiegen war und mir in letzter Sekunde den Türöffner-Knopf drückte, kam ich völlig verzweifelt und mal wieder stark an meinem Verstand zweifelnd in das richtige Abteil zurück. Mehr Glück als Verstand, treffender hätte man es nicht sagen können.

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Erstmal ein Beweisfoto

Beim Umsteigen am Ostkreuz, konnte ich nun endlich diese blöde Fahrkarte abstempeln, obwohl eigentlich war mir das dann auch schon egal. Ich war nur heilfroh ohne großen Verlust meiner Habseligkeiten aus dieser Sache herausgekommen zu sein, da wäre eine Strafe von geschätzt 60 Euro ja wohl rein gar nichts gewesen.

Am Hackeschen Markt ging es raus für mich und schnurstracks zum Monbijou Hotel am gleichnamigen Platz, meiner Meinung nach eine 1A-Lage für Berlin, besonders wenn man viel im Osten von Berlin erkunden möchte. Nebenbei ist das Hotel ganz entzückend eingerichtet, die Zimmer sind klein, aber sehr gemütlich und sauber. Beim Blick aus dem Fenster, hatten wir eine herrliche Aussicht auf die Gedächtniskirche. Das Frühstück ist ebenso richtig vielseitig und großzügig, von Pancakes, über Oliven, richtig frischen Fruchtsalat, jeder Menge Käse, Gebäck und sogar Weißwürste, … ist alles dabei. Das Personal ist sehr freundlich und entgegenkommend, abends emfpiehlt es sich in der muckelig warmen Hotel-Lounge samt Kamin Platz zu nehmen, um den Abend ausklingen zu lassen. Alles in allem, mehr als zu empfehlen, auch weil vieles sehr schnell zu erreichen ist.

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Liebevoll eingerichte Zimmer

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Blick aus dem Hotelzimmer, die Stadt erwacht langsam

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Gemütliche Hotel-Lounge

Weiter geht’s schon ganz bald in Teil 2 meiner Berlin-Reise!

Wer von euch übrigens tolle Plätze, Restaurants, Parks, Kieze oder sonstige Tipps kennt: Immer her damit, ich freue mich riesig darüber. Der nächste Berlin Besuch ist fix! 😉

 

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